Es wird Zeit.

Schon längst hättest du es wagen sollen. Nicht voller Sehnsucht in die scheinbar unerreichbare Ferne starren, sondern die Reise wagen. Alles Nötige an sich reißen und rennen. Hinaus. Über Felder, Wiesen, durch Wälder, unter Wolken, Sonne oder im kalten Regen. Irgendwohin, wo entweder Dunkelheit oder sanfte Morgendämmerung auf dich wartet.
Nun liegt er hier, der Brief. Vor dir, ein bekritzeltes Blatt Papier. Die Gedanken, die dich unterbewusst schon die letzten Monate verfolgt haben. Scham, Reue, Verletzung und all dieses Gedöhns. Vergiss nicht, dass du ihn geschrieben hast. Vergiss nicht, was dein Ziel ist. Tu es einfach.
Schwer ist nur der Anfang. Machst du es richtig, wird es bald vorbei sein. Also hab keine Angst - schlimmer als jetzt kann es nicht werden.

. . . . . . . . . . .

"Wenn du liebst, ohne Gegenliebe hervorzurufen, das heißt, wenn dein Lieben als Lieben nicht die Gegenliebe produziert, wenn du durch eine Lebenäußerung als liebender Mensch dich nicht zum geliebten Menschen machst, so ist deine Liebe ohnmächtig, ein Unglück."
24.1.12 08:42


R.I.P., D. - and thanks for what you left behind.


What I thought was so unique about you
Must be common after all
For I am constantly reminded of you everywhere I go.




. . . . . . . . . .

"By the time you read this, I will already be gone.
Do not reply to this, but realize what you have done."

25.12.11 13:05


Could've been so perfect.


It's way too broke to fix,
No glue, no bag of tricks.

(The Crawl - Placebo)

Die Welt dreht sich weiter, die Wolken ziehen vorbei. Unermüdlich, ohne Pause. Die Blätter fallen nacheinander von den Bäumen, verrotten am Boden, werden zu Matsch. Du läufst durch die Straßen, deinem Ziel entgegen. Alltagstrott - kopflos, herzlos. Die Tretmühle deines Lebens, in der du gefangen bist. Du schaltest die Gedanken ab, bist die Maschine, die Arbeit erledigt. Freie Zeit perfekt genutzt, sich bereichert und abgeschossen. Hauptsache, nicht nachdenken. Jedenfalls nicht darüber.
Dann, so ein unschuldiger Samstagmittag. Pläne für den Tag gemacht, die Liste fett im Kalender. Vollgepackt, gnadenlos. Du - schwach, verkatert auf dem Bett. Kopfschmerzen und Gedankenlosigkeit gehen Hand in Hand. Ein Blick aus dem Fenster, ins Grau der Welt eingetaucht. Dann, nur ein Augenblick. Die schweren Holzbalken vor dem Tor zerbersten, Splitter bedecken den schmutzigen Boden. Willkommen zurück, liebes Gefühl. Der Schmerz kriecht hinauf. Kehle abgeschnürt, Tränenbäche entfacht. Die Bilder vor dem inneren Auge, so klar, so warm. Mühsam Abgekoppeltes wird in Sekundenbruchteilen wieder festgeschweißt. Zweifel jagen den Affekt, Impulsivität kämpft gegen den Verstand. Ein Ausweichen in Worte löst nichts. Sitzt hier, die sanfte Feuchtigkeit tropft leise auf die Holzplatte vor dir. Die Entscheidung überrollt dich. Eine Entscheidung, die zu treffen ich nicht fähig war - und es dennoch getan habe. Was ist es? Hoffe ich, du liest diesen Eintrag nun? Selbst wenn, was dann? Jeder Weg von dieser Abzweigung endet in einer Sackgasse. Oder einer unbekannten Ferne, je nachdem wie man es sieht. Was mich erwartet, ist überall ungewiss. Was ich will, ist ebenso unklar. Doch jetzt, in diesem einen Moment, dominiert nur eines.
Die Sehnsucht nach dem, was ich womöglich aus einem Fehler heraus verwarf.

. . . . . . . . . . . .

"Indem wir andere überreden, überzeugen wir uns selbst."
12.11.11 14:48


Hol a zuhanás?


Súlyos esőcseppek
húznak
egyre lejjebb a föld felé...
nehéz vagyok, nehéz vagyok. Hold sütötte éjszakákon
elragad a könnyű álom
és én is, én is könnyű vagyok.

(Képzelt város)

Az esőcseppek állandóan zuhognak reám, egyre nehezebb egyenesen a világban közlekedni. Viszont a könnyü álom már nagyon rég nem volt látogatóm. Nagyon rég... Mennyire is hiányzik. Nem is gondolná az ember. De milyen jó lenne egyszerűen csak lefeküdni, a szemeket behúnyni és egy pompás, könnyű álomvilágba zuhanni. Egy álom, amiből az ember felébred - újjászületett. És nem minden reggel úgy húnyorog a napfény felé, mintha az egész éjszakát kínzópadon töltötte volna. A test, mint egy süjjedt hajó maradványai - csakhogy a hajó nem érez. Nincs fájdalom, nincs bánat, nincs gondolat. A lélek a hajó rabja. Mintha a roncs kínozná, még rosszabb állapotban van mint maga az anyag. Ne kínozz tovább, te álomvilág. Nem erre teremtettek.
Hanem arra, hogy egy pihenőt adjál az embereknek, egy utat, amely ebből a szomorú s lényegtelen komorságban úszó életből kivezet. Egy zuhanást, amelyben visszatér az erő, hogy újra tudjál repülni.
S nem egy állandó börtönt, ahol mindig ővele kell találkoznom. Hát nem elég, hogy a mindennapokban is őrá gondolok?
Kérlekszépen, az álmaimat hagyd meg nekem. Bitte verschwinde aus meinen Träumen.

30.10.11 18:25


Of course, still the same. Damn it.


Ignore it. Ignore it. Ignore him.
Ignore the tension, ignore the consciousness. Ignore it.
Ignore the ambivalence, ignore your feelings. Ignore it.
Ignore your trembling, ignore everything connected to it.
Reorientate yourself. Look at the people, listen to them.
Breathe the clean air deeply in. Wait, until the heart slows. If it won't - ignore it.
Don't let yourself be fooled, don't let this evening be spoiled. Ignore it.
Focus on your surroundings, on the voices, on the music. Pass over each sign of his presence. Ignore it. Ignore him.
Let it happen, let it work just this one time. For your own sake. For the future will be a lot easier after it.
Detach yourself from the past. Replace him.

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“By three methods we may learn wisdom:
first, by reflection, which is noblest;
second, by imitation, which is easiest;
and third, by experience, which is the most bitter.”
14.10.11 14:37


Suicide sundays & autumn afternoons.




"The chronically bitter person only notices his disease once a week: on Sunday afternoons. Then, as he has no work or routine to relieve the symptoms, he realizes that something is very wrong."
12.10.11 19:02


Frühlingssonne im Herbst.


"Setz alles auf eine Karte. Lass nichts unversucht, gib immer mehr, als du hast. Verzichte auf Absicherungen. Atme tief ein, bevor du den Mund aufmachst. Greif nach den Sternen. Sei schonungslos. Leg dich mit der Welt an. Und vergiss niemals, dass schreiben dir hilft, tausend Dinge festzuhalten, die dir ständig wie Sand durch die Finger rinnen: die Kindheit, Gewissheiten, Städte, Zweifel, Träume, Augenblicke, Sätze, Eltern, Liebschaften. Die Lektion habe ich mir gemerkt."
(Salman Rushdie)

Sätze, die es wert sind, festgehalten zu werden. Sätze, die zu lesen ich genossen habe. Wie ein magisches Buch, ein Guide für die Zukunft. Entschlüsse, die sich während des Lesens nebulös im Kopf formen. Kraft, die man aus den Worten zieht, welcher man sich sicher ist, dass man sie noch gut gebrauchen wird. Eine Wohltat. Ein geschriebener warmer Sonnenstrahl des Frühlings mitten im Herbst. Und doch...
Diese Traurigkeit. Die Erinnerungen, nun aufflackernd, wie ein kleines Lämpchen des Alarms. Oft hast du es vermutet, nun bestätigen es dir die kleinen schwarz auf weiß gedruckten Buchstaben. So viele Fehler bereits bisher gemacht, niemand ist unfehlbar. Doch nicht die Absenz der Unfehlbarkeit stört, sondern die Verantwortung. Man hat Angst vor der Zukunft, weil man weiß, dass man für die Taten, die dann vergangen sein werden, die Verantwortung tragen muss. Hätte ich anders gelebt, wenn ich dies bereits vor ein paar Jahren gelesen hätte? Hätte ich mich daran gehalten, wie an einen ehrenvollen Kodex, dessen Bruch zur Verdammnis führt? Hätte ich überhaupt die Möglichkeit gehabt, mich daran zu halten? Wir werden es nie erfahren.
Die Lektionen, die ich damals nicht kannte - hätten sie für mich existiert, würde mein Leben nun anders aussehen. Andere Farben, andere Formen, ein anderes Gefühl. Setze alles auf eine Karte, verzichte auf Absicherungen. Du hast noch nie alles auf eine Karte gesetzt, Madame. Deine Feigheit, die Angst, ins Verderben zu rennen, hat dich in ihren Käfig gesperrt. Atme tief ein, bevor du den Mund aufmachst. Wie viel Schmerz hätte gespart werden können. Greif nach den Sternen. Waren sie dir nicht schon immer zu weit weg? Du zu klein, um an das Himmelszelt heranreichen zu können? Leg dich mit der Welt an. Einer gegen alle - oft gefühlt, nie befolgt. Vergiss niemals zu schreiben. Ja, ich denke, dies ist das einzige, das ich bisher unentwegt getan habe. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, ihr seid das Publikum der Szenen, die von mir nicht vergessen werden möchten.

30.9.11 18:12


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