Could've been so perfect.


It's way too broke to fix,
No glue, no bag of tricks.

(The Crawl - Placebo)

Die Welt dreht sich weiter, die Wolken ziehen vorbei. Unermüdlich, ohne Pause. Die Blätter fallen nacheinander von den Bäumen, verrotten am Boden, werden zu Matsch. Du läufst durch die Straßen, deinem Ziel entgegen. Alltagstrott - kopflos, herzlos. Die Tretmühle deines Lebens, in der du gefangen bist. Du schaltest die Gedanken ab, bist die Maschine, die Arbeit erledigt. Freie Zeit perfekt genutzt, sich bereichert und abgeschossen. Hauptsache, nicht nachdenken. Jedenfalls nicht darüber.
Dann, so ein unschuldiger Samstagmittag. Pläne für den Tag gemacht, die Liste fett im Kalender. Vollgepackt, gnadenlos. Du - schwach, verkatert auf dem Bett. Kopfschmerzen und Gedankenlosigkeit gehen Hand in Hand. Ein Blick aus dem Fenster, ins Grau der Welt eingetaucht. Dann, nur ein Augenblick. Die schweren Holzbalken vor dem Tor zerbersten, Splitter bedecken den schmutzigen Boden. Willkommen zurück, liebes Gefühl. Der Schmerz kriecht hinauf. Kehle abgeschnürt, Tränenbäche entfacht. Die Bilder vor dem inneren Auge, so klar, so warm. Mühsam Abgekoppeltes wird in Sekundenbruchteilen wieder festgeschweißt. Zweifel jagen den Affekt, Impulsivität kämpft gegen den Verstand. Ein Ausweichen in Worte löst nichts. Sitzt hier, die sanfte Feuchtigkeit tropft leise auf die Holzplatte vor dir. Die Entscheidung überrollt dich. Eine Entscheidung, die zu treffen ich nicht fähig war - und es dennoch getan habe. Was ist es? Hoffe ich, du liest diesen Eintrag nun? Selbst wenn, was dann? Jeder Weg von dieser Abzweigung endet in einer Sackgasse. Oder einer unbekannten Ferne, je nachdem wie man es sieht. Was mich erwartet, ist überall ungewiss. Was ich will, ist ebenso unklar. Doch jetzt, in diesem einen Moment, dominiert nur eines.
Die Sehnsucht nach dem, was ich womöglich aus einem Fehler heraus verwarf.

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"Indem wir andere überreden, überzeugen wir uns selbst."
12.11.11 14:48